Update vom August 2018

Nun ist es also fix, es wird eine neue Seilbahn auf das Zwölferhorn geben. Drei Jahre wurde an dem Projekt gearbeitet und jetzt steht fest das in St. Gilgen eine Einseil-Umlaufbahn mit Achter-Gondeln errichtet wird.

Anfängliche Probleme konnten aus dem Weg geräumt werden: Zwei Anrainer meldeten ihre Einwände gegen das Projekt an. In einem Fall, weil die neue Seilbahn (wie auch die alte) über dessen Wohnhaus führe. Eine Ablöse lehnte der Anrainer ab. Ebenso negativ die Stellungnahme des zweiten Anrainers: Sein Grundstück werde durch die Überfahrt entwertet. Ihre Einwände ändern bislang nichts: Die neue Seilbahn erhielt eine Konzession sowie eine Baubewilligung mit Auflagen. In einem nachfolgenden Verfahren wird über die Einwände der Gegner entschieden.

„Wir gehen davon aus, dass wir 2019 mit dem Bau beginnen können“, so Mario Stedile-Foradori – Vorstand der Arlberger Bergbahnen – der als Privatperson die Seilbahn mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro finanziert. Bei der Talstation soll übrigens ein Parkhaus für die Fahrgäste entstehen.

Eine kleine Seilbahn mit langer Geschichte

Bereits 1957 wurde die Zwölferhorn Seilbahn in St. Gilgen eröffnet. Damals war die kleine Bahn eine Sensation und das Herzstück eines umfassenden Sommer- wie Wintersport-Konzeptes für die Gemeinde am Wolfgangsee. Immerhin wurden damals auf dem Berg auch zwei Schlepp- und ein Einer-Sessellift errichtet. Für die damaligen Verhältnisse ein durchaus beachtlicher Skizirkus. In der Folge war St. Gilgen ein kleiner Wintersportort, und manch einer erinnert sich heute noch gerne an die trinkfesten Gäste aus dem fernen Schweden, die regelmäßig zu Besuch kamen. Bis in die 90ger Jahre galt das Zwölferhorn dann als regionaler Geheimtipp, für anspruchsvolle Abfahrer aus der Stadt Salzburg und dem nahen Bayern. Immer wenn es gerade viel geschneit hatte, lockten die Tiefschneefahrten etwa über den Elferstein oder die Stubneralm.

Mit der Seilbahn hinauf und per Gleitschirm ins Tal

In den folgenden Jahren wurde der Skiliftbetrieb nach und nach eingestellt. Eine Erneuerung der Anlagen kam nicht in Frage, da das Wintergeschäft einfach nicht mehr rentabel genug war. Zuletzt hatten auch die Liftanlagen ihre beste Zeit eindeutig hinter sich. Wer sich noch erinnern kann: der Diesel-Schlepplift über den Steilhang nahe der Sausteigalm, war ein Transporterlebnis der besonderen Art.

Neben den klassischen Wanderern musste also eine neue Gästegruppe erschlossen werden. Und diese war auch schnell gefunden. Denn immer öfter konnte man am Himmel über St. Gilgen tollkühne Männer und Frauen mit ihren Gleitschirmen entdecken. Waren die Skifahrer also der kleinen Bahn abhanden gekommen, so profitierte sie jetzt von dieser Extremsportart und beförderte die Paragleiter mit ihrer schnellen Bergfahrt auf das Zwölferhorn.

Jubiläumsjahr und viele Fragen

Unter dem Motto: „Einst eine Sensation – heute eine Attraktion.“ ging die Zwöferhorn-Seilbahn in ihr 50 Jähriges Jubiläum. Und die Bilanz in all den Jahren war beachtlich. Immerhin hatte man seit 1957 mehr als 8 Millionen Fahrgäste befördert! Zum feierlichen Anlass wurde die Bahn offiziell in „Nostalgie Seilbahn“ umbenannt.

Stand heute (2018) ist die Bahn über 60 Jahre alt und niemand weiß so recht wie es auf dem Zwölferhorn weiter gehen soll. Ursprünglich hätte der Betrieb 2017 laut Behörden bereits eingestellt werden sollen, nach einer aufwendigen Revision durch die Betreiber geht es vorerst weiter, das Ende der kleinen Bahn ist aber absehbar. St Gilgen und das Zwölferhorn ohne Seilbahn sind eigentlich nicht vorstellbar und somit bleibt eigentlich nur ein Neubau, über den bisher zwar viel geredet aber noch nichts konkretes bekannt ist.